Bericht über das Frühlingskonzert 2004 der Blaskapelle Salzweg in der Turnhalle der Volksschule
Berichterstatter: Ingrid Ruhhammer

Frühlingskonzert der Blaskapelle Salzweg ein musikalischer Hochgenuss
Traditioneller, konzertanter, moderner und gefälliger Blasmusik hatte sich die Blaskapelle Salzweg mit der Auswahl ihres Programms zum diesjährigen Frühlingskonzert verschrieben, man setzte dabei auf bewährte Literatur, ein Umstand, den die Besucher der voll besetzten Turnhalle in langandauerndem Applaus in gebührender Weise honorierten.
Mit dem Eröffnungsmarsch: "Hoch Heidecksburg" von Rudolf Herzer setzten die Musiker bereits ein eindrucksvolles musikalisches Zeichen. Sowohl technisch anspruchsvoll als auch in den einzelnen Übergängen ein hohes Maß an musikalischer Sensibilität einfordernd, war die Darbietung beschwingt und stimmig im Gesamtklang. Besonders konnte dabei im Trio ein stimmiger Tenorhornsatz brillieren. Der erste Vorstand Alois Döbler, der in altbewährter Tradition durch das Programm führte, begrüßte zahlreiche Ehrengäste, insbesondere Mitglieder befreundeter Kapellen aus dem Umkreis und aus Österreich. Mit dem Walzer "Hereinspaziert" aus der Operette: "Der Schätzmeister", komponiert von Carl Michael Zierer, galt es nun, die Zuhörer ins benachbarte Österreich zu entführen und dessen Mentalität musikalisch auszudrücken. Bei weichen, anmutenden Klängen des Holzsatzes fühlte man sich in ein Wiener Kaffeehaus versetzt, ruhig, gemütlich und melodiös. Dem Dirigenten Manfred Matzelsberger, ein exzellenter Kenner der Literatur von Oper und Operette war es gelungen, dem Orchester die Leichtigkeit einzelner Sextolenpassagen, sowie das Erzeugen von Spannungsmomenten durch Wechsel der Dynamik und Tempi zu vermitteln. Der herzliche Ruf: "Hereinspaziert" weckte beim Zuhörer wahrlich den Wunsch nach weiteren musikalischen Höhepunkten. Schon das nächste Stück war ebenfalls als solcher zu bezeichnen: Helene Grabitzky, eine wahre Virtuosin auf ihrem Instrument der B-Klarinette, bot den Zuhörern mit der Interpretation des zweiten und dritten Satzes des Klarinettenkonzertes von Carl Stamitz (1746-1801) einen wahren Ohrenschmaus. Souverän zeigte sie ihr Repertoire an Technik, Modulation im Ton, Tonkultur und Ausdrucksvermögen. In der Romanze, noch getragen im Piano und weich in den Achtelklängen mit dem Orchester harmonierend, setzte sie in den Kadenzen ausdrucksstarke, sich ins Forte steigernde Akzente. Im dritten Satz, dem Rondo, galt es, die Leichtigkeit dieser musikalischen Gattung und Tanzform zu vermitteln. Federnde Triolen von Solistin und mit ihr harmonierendem Holzsatz ließen das Bild einer tanzenden Schar zu Hofe im 18. Jahrhundert entstehen. Vor der Pause bot die Blaskapelle Salzweg in Ausschnitten einen Klassiker der Musicalliteratur, die "West Side Story". Das von Leonard Bernstein nach dem Muster einer modernen "Romeo und Julia-Story" komponierte Musical bietet eine unendliche Vielfalt an Dramatik, Gefühl und Spannung, die es instrumental auszudrücken galt. Der Konflikt zwischen Amerikanern und Puertorikanern steht im Gegensatz zur Liebesbeziehung zwischen Tony und Maria, ausgedrückt in dem bekannten Liebeslied: "Maria", getragen von melancholischem Klang von Trompetensatz, Tenorhorn und Holz. Als Kontrast dazu fungierte die fröhliche, unbeschwerte Darstellung von "America" von Blech und Holz als Inbegriff von Freiheit und Unabhängigkeit. Lebendiges Beguinetempo bei "Tonight" und der Ausdruck des tragischen Endes der Liebesbeziehung zwischen Tony und Mary in "Somewhere" verlangten ein hohes Maß an Einfühlsamkeit bis ins Pianissimo im Gegensatz zu den wuchtigen Klängen im Finale.
Nach der Pause zeigte eine 15- köpfige Jungmusikerschar eindrucksvoll ihr musikalisches Können. Sie ist der ganze Stolz der Kapelle, da viele Nachwuchstalente erst seit kurzem diesem Ensemble beigetreten sind und sich souverän in der Ausführung von Melodie, Takt und Zusammenspiel präsentierten. Als neue Mitglieder der Gruppe konnte der erste Vorstand Katrin Wiredu (Trompete), Fabian Dersch (Trompete), Daniel Graf (Klarinette) und Tobias Doblinger (Schlagzeug) begrüßen. Mit der Polka "Immer weiter" und den modernen Stücken: "He´s got the whole world" und "Bill Bailey" bewiesen die jungen Instrumentalisten beachtliches Rhythmusgefühl und Einklang mit dem Dirigenten. Mit dem Konzertstück "Belvedere" von Klaus Peter Bruchmann leitete die Blaskapelle den 2. Teil musikalisch ein. Im Andante maestoso beginnend, sich zum Allegro agiato steigernd entstand lebendiges, in der Hauptmelodie vom hohen Blech getragenen und durch markante Einwürfe von Horn und Holz ergänztes modernes Konzertstück. Einen weiteren musikalischen Höhepunkt lieferte die Flötistin Sonja Enzbrunner. "Der einsame Hirte", ein von James Last ursprünglich für Panflöte komponiertes Werk, wurde von ihr in eindrucksvoller Weise dargestellt. Der transparente, klanglich ausgereifte Ton, die Vermittlung des melancholischen Charakters des Stückes und die solistische Ausführung der Akkordläufe verdienen große Beachtung. Mit der Polka: "Blasmusik, ja das ist unser Leben" kamen die Liebhaber traditioneller Blasmusik voll auf ihre Kosten. Anspruchsvoll in Tempo und Melodie gelang der Kapelle ein frisches, mitreißendes Konzertstück. Den vorläufigen Abschluss des Konzertes bildete ein Medley aus James Bond- Filmen in einem Arrangement von Johan de Mey. Tiefes Blech und ein rhythmisch gefordertes Schlagwerk erzeugten dabei eine unheimlich anmutende Stimmung bei dem Thema: "Goldfinger", während bei "All time high" Matthias Dick als Solotrompeter eine leichte und entspannte Atmosphäre verbreitete. Die Darstellung weiterer Highlights wie "James Bond Theme", "For your eyes only"… die von den Musikern Variabilität und musikalische Flexiblität einforderten wurde vom Publikum mit tosendem Applaus belohnt. Zwei Zugaben, "The Lion King" mit einem Flügelhornsolo, hervorragend intoniert von Andreas Braun und dem schon traditionellen "Radetzkymarsch" beendete die Blaskapelle Salzweg einen wunderschönen musikalischen Abend.
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